Die Geschichte des Hotel Obersee

Arosa war ein stilles, weltverlorenes Alpendörflein, im Winter oft tagelang von aller Welt abgeschnitten. Nach Langwies führte nur ein Saumpfad, da Arosa lange Zeit Teil der Landschaft Davos war.

Um 1883 entdeckte ein Arzt aus Deutschland das Bergdörflein als klimatisch prädestinierten Kurort. Das erste Sanatorium eröffnete 1888. Daraus ersahen ein paar mutige Pioniere auch eine Chance für den Tourismus und rasch entstanden die ersten Hotels. Ein einziges Hotel, den Seehof, gab es schon 1880. 10 Jahre später waren es dann bereits deren 15. Mit Sicherheit war das Hotel Obersee unter den Ersten, was eine Fotografie aus dem Jahre 1890 beweist. Das Hotel Obersee war im  „Schilfquartier“ erbaut worden. So wurde die Gegend am gleichnamigen See damals scherzhaft genannt. Aber das exakte Baujahr lässt sich leider nicht mehr feststellen.

Fast über Nacht wurde das stille Bergdorf vom Fremdenverkehr entdeckt, was eine ungeahnte Entwicklung auslöste.  Arosa wurde in kurzer Zeit zu einem Weltkurort. Die Gäste reisten in Scharen an. Zuerst erblühte der Sommertourismus, bald aber auch der Wintertourismus. Die erste Eisbahn für Schlittschuhläufer entstand 1891, zwei Jahre später wurde das Rothorn erstmals per Ski bestiegen. Schlittenfahren und gar Skispringen gehörten zum Wintersportangebot.

Etwas später kam eine Bobbahn dazu. Einigen Hoteliers waren die Kurhäuser ein Dorn im Auge. Sie wollten sich von ihnen abgrenzen. Zu ihrem Zielpublikum gehörten Gäste die Sport treiben und nicht  die Kurgäste. Deshalb gab es plötzlich mehrere Häuser die ihrem Namen „Sporthotel“ voranstellten. Auch das Obersee gehörte dazu.

Die Gäste kamen aus aller Welt angereist. In Anbetracht der schwierigen Reisebedingungen doch recht erstaunlich. Von Chur aus wurden Passagiere und Gepäckstücke mit Saumtieren weiterbefördert. Im Sommer in Kutschen und im Winter auf Schlitten. Eine beschwerliche und ermüdende Reiseart die 6 Stunden dauerte und nur über geschotterte Strassen führte. Aber die Nachfrage war gross. Um die vielen Kur- und andern Gäste nach Arosa und natürlich auch zurück nach Chur zu bringen wurden bald einmal drei Kurse täglich geführt.

Die Bahnlinie Chur-Arosa nahm  im Jahre 1914 ihren Betrieb auf, was die Anreise sehr erleichterte und die Zahl der Gäste weiter rasant steigen liess. Das Automobil gab es zwar, wurde auf der Kantonsstrasse aber erst 1927 zugelassen. Nur der Arzt hatte schon früher eine Spezialbewilligung für ein Elektromobil um schneller zu den Patienten zu gelangen. Fuhr er aber auf der Kantonsstrasse, musste das Auto mit einem Pferdevorgespann gezogen werden.

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Quellenverzeichnis:
Danuser, Hans:
Arosa wie es damals war
1850 – 2003 (7 Bände)

Dokumentensammlung
Heimatmuseum Arosa
Homepage Gemeinde Arosa

Die Bobbahn Arosa im Schweizer Kur- und Sportort Arosa war eine der ältesten Bob- und Rennschlittenbahnen der Welt.

Sie wurde erstmals im Winter 1897/98 in Betrieb genommen und existierte an verschiedenen Standorten bis 1946.