Von 1912-1987 war das Hotel Obersee 3 Generationen lang im Besitz der Familie Weber. Hoffnungsvoll blühte das Geschäft auf. Wenn man bedenkt, dass der Pensionspreis 1925 für ein Zimmer mit Vollpension, bei einem Aufenthalt von mindestens 5 Tagen, zwischen Fr. 9.00 - Fr. 11.00 pro Tag lag!

Dann kamen die Kriegsjahre und das Obersee erlitt wie alle andern einen grossen Einbruch. Die ganze Entwicklung kam zum Stillstand. Die vielen treuen Gäste blieben aus. Einige Hotels hielten der Krise nicht stand und mussten gar geschlossen werden. Die Existenzangst war gross. Hatte man doch voll auf den Tourismus gesetzt. Auch die Lebensmittel wurden knapp. In verschiedenen Hotels, auch im Obersee, wurden Notküchen eingerichtet.

Nach diesen schwierigen Jahren wurde das Hotel Obersee 1949 in der 2. Generation Weber weitergeführt. Anfangs der fünfziger und in den sechziger Jahren wurden verschiedene Umbauten realisiert. Somit war gewährleistet, dass das Haus stets auf dem modernsten Stand, sowohl in der Küche als auch im Hotelteil, gehalten werden konnte.

Nach dem Einbau der legendären „Tschuetta-Bar“ wurde das Obersee im Jahre 1968 erneut einem Grossumbau unterzogen. Der Name „Tschuetta“ kommt aus dem romanischen und heisst „Eule“. Die Idee dürfte ihren Ursprung weit in der Vergangenheit haben. Die ersten bekannten Siedlungen im heutigen Arosa waren zwei romanische Bauernhöfe, „Meran“ (Maran) und „Pradaz“ (Prätsch), die zu Beginn des 13. Jahrhunderts in den geschichtlichen Quellen erschienen. Bis 1851 gehörte Arosa zur Landschaft Davos, erst dann wurde es eine selbständige Gemeinde.

Die Tschuetta-Bar entwickelte sich zu einem beliebten Treffpunkt. Sie machte sich einen Namen für gute Live-Tanzmusik und gutes Essen vom Grill bis in die frühen Morgenstunden.

1977 ging die Führung des Betriebes an die 3. Generation über. Auch hier wurden Umbau- und Erneuerungsvorhaben fast jährlich realisiert. So wurden in den letzten Jahren die „Tschuetta“, die Reception und die Hotelhalle modernisiert und die Hotelzimmer renoviert und dem modernen Stand der Zeit angepasst. Das bisherige, erfolgreiche Konzept wurde durch diesen Umbau jedoch nicht tangiert. Nebst dem neuen Gewand präsentiert sich die „Tschuetta“ in altbewährter Manier mit Live-Tanzmusik, Gemütlichkeit und Spezialitäten vom Grill bis in den frühen Morgen.

Auch nach der Ära Weber gab es keinen Stillstand. Das Modernisieren geht nach wie vor weiter, da auch die Ansprüche der Gäste ununterbrochen steigen. Die Bezeichnung Sporthotel ist wieder verschwunden wie auch praktisch alle Kurhäuser im Dorf. Diese wurden in Hotels umgebaut, da heute nur noch der Tourismus floriert. Kurgäste gibt es in Arosa keine mehr.

Im Hotel Obersee gibt es heute keine Tschuetta-Bar mehr. Aber seit 2007 einen kleinen aber feinen Wellnessbereich. Und das Haus ist heute nach den Grundsätzen der Feng Shui Lehre konzipiert. Das Modernisieren geht weiter, aber etwas das Arosa immer schon hatte und immer haben wird ist das unvergleichlich klare und gesunde Quellwasser. Vielleicht gar Heilwasser?

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Obersee vor 1880